Was sagt die Biologie zur Gleichberechtigung?

Sind wir nicht alle ein bisschen divers?
Lasst uns diskutieren…

In der Zeit um 1900 spielten biologische Argumente eine große Rolle im Rollenverständnis von Mann und Frau. Die natürliche Bestimmung der Geburt, die kleineren Gehirne und die geringere körperliche Belastbarkeit waren Argumente für die niedrigere Stellung von Frauen. Es widersprach quasi schon der Natur, sie als gleichwertig zu betrachten. Heute ist wissenschaftlich bewiesen, dass es keine exakte Teilung in männlich und weiblich gibt. Das Geschlecht setzt sich zusammen aus immer neuen Mischungen von Hormonen und Genen. Dadurch gibt es kleine und große, starke und schwache, weibliche und männliche Männer wie Frauen. Das dritte Geschlecht „Divers“ hat längst Einzug gehalten in unser Leben und es stellt sich die Frage, ob wir nicht eigentlich alle dazugehören, da niemand wirklich eindeutig ist. Die Biologen gehen inzwischen sogar von noch mehr als drei Geschlechtern aus. Ganz eindeutig ist die Fähigkeit zur Geburt aber biologisch nicht gleichzusetzen mit Fürsorglichkeit. Ebenso wenig ist bewiesen, dass die Unfähigkeit zur Geburt per se zur Ermangelung der Fürsorge führt. In der Tierwelt zeigen sich deshalb auch alle Varianten bei der Aufzucht des Nachwuchses. Beide Eltern zu gleichen Teilen, mehr oder nur Mutter und mehr oder nur Vater. Mit der Biologie und der Natur lässt sich eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen schon lange nicht mehr rechtfertigen. Warum aber hält sich dann der Mythos der geschlechtsspezifischen Charakteristika von Mann und Frau so konsequent?

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