Welchen Einfluss hat Erziehung auf unser Verständnis von Gleichberechtigung?

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum eine Frau eigentlich ein Kind bekommt, wenn sie es dann in die Krippe gibt? Und haben sie sich diese Frage auch in Bezug auf den dazugehörigen Mann gestellt?
Lasst uns diskutieren…

Lauten die Antworten bei Frage 1 ja und bei Frage 2 nein?
Der Pädagoge Pestalozzi sagte einst: „Erziehung ist Vorbild und Liebe.“ Betrachten wir diese Erkenntnis mit dem Fokus auf die Fragestellung der Gleichberechtigung, so ist die Vorbildfunktion der Elterngeneration von entscheidender Bedeutung. Es ist erwiesen, dass Kinder in den ersten Lebensjahren durch Sehen und Nachahmung lernen. Das, was die Eltern, Großeltern, aber auch Personen im engeren Umfeld den Kindern vorleben, prägt sich ein, wie ein innerer Kompass. Das „Mütterchen-Spiel“, der Puppenwagen, die kleine Küche, kleine Bügelstationen und auf der anderen Seite Autos, Kräne und Eisenbahn leisten sicherlich in Kombination mit entsprechender Kleidung auch einen Beitrag für das kindliche Rollenverständnis. Dieses in der Kindheit entstehende Rollenbild schlummert in uns wie ein Gewissen. Alle späteren Handlungen als Erwachsene messen wir an diesem Kompass aus der Kindheit. Wir können durchaus anders handeln, weil uns der Verstand sagt, dass diese Rolle nicht logisch herzuleiten ist, aber das tun wir dann mit dem Gefühl, dass es außergewöhnlich, anders und definitiv nicht selbstverständlich ist. Das aber ist fatal, denn dann bleibt die Gleichberechtigung die Ausnahme, das Ungewöhnliche und nicht Selbstverständliche.

Dieser, aus den Vorbildern entstehende, erzieherische Kreislauf, der sich von Generation zu Generation weitergibt, ist nur sehr langsam und nur mit bewussten Entscheidungen zu anderen Handlungen veränderbar. Was wir in dieser Erziehungsschleife brauchen, sind leuchtende Vorbilder. Frauen und Männer, die ihre Rollen in Frage stellen, den eigenen Weg suchen und im besten Falle sogar finden. Das kann aber nur realisiert werden, wenn alle Rahmenbedingungen, die freie Wahl des Lebensweges zulassen. Ist das bereits erreicht?

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